Als Tänzer sehe ich mich als Erschaffer von zeitlich bedingten Formen über die Körperlichkeit. Doch so wie Worte symbolische Gerüste sind, die das Wesen der Dinge nur beschreiben können, so kann der menschliche Körper im Tanz die zeitlich bedingten, dynamischen Formen nur umschreiben. Diese Formen können nicht losgelöst vom menschlichen Körper und dessen Wirkung auf den Betrachter existieren. Denn Informationen über Geschlecht, Haltung, Gestik, Aussehen etc. werden bewusst oder unbewusst verarbeitet, eventuell einer Wertung unterzogen und kategorisiert. Die Erfassung der rein dynamischen Form kann somit nicht oder nur sehr erschwert stattfinden. Interessant ist es für mich, Wege zu finden, wie ich die reine Formensprache des Tanzes für sich sprechen lassen kann. Das Werk übersetzt komplexe Bewegungsabläufe in simpel animierte Zeichnungen und offenbart Spuren einer unsichtbaren Körperlichkeit. Es kann dabei als Weiterentwicklung des Werkes Muscle Memory verstanden werden.