Zurück zu meinem ursprünglichen Medium, dem Zeichnen, sehe ich in diesen Zeichnungen die Einflüsse meiner Erfahrung mit anderen Medien. Ein Ausdruck meiner eigenen, visuellen Konditionierung anhand einer interdisziplinären Praxis als Tänzer, Choreograph, Videograph, Zeichner und Bildhauer. Ab der 200sten Zeichnung mischten sich plötzlich Körper (teile) in die Architektonischen Elemente. Ich erkläre mir diese als ein Nebenprodukt meiner visuellen und Körperlichen Konditionierung an- hand meines vorgehenden Werkes, der Videoarbeit SCRUPUS, in der Körper, Architektur und Film im Gleichgewicht die Erdanziehungskraft auslösen und die Betrachtenden in eine Traumwelt versetzen. Die klare herausgearbeitete Formensprache bringt im Gefühl vieles zum Ausdruck, was ich mit anderen Medien untersuche. Ich verstehe sie als meine Handschrift.
Der Ursprung dieses Werkes beruht auf der Wiederaufnahme einer zeichnerischen Praxis als Ausgleich zur Arbeit vor dem Computer. Die kurze Entstehungszeit (10-20 Minuten) einer Zeichnung und das hantliche Format ermögli- chen eine alltägliche und ortsunabhängige Praxis, was eine Kontinuität erleichtert. Beim Zeichnen formuliert der Körper eigenständig Bewegungen, welche auf dem Blatt Form find- en. Über einen Feedbackloop von intuitiver Bewegung und analytischer Betrachtung konstruieren sich rhythmische Geb- ilde, wobei Räume ineinandergreifen, neue Perspektiven sich öffnen und im gleichen Strich wieder auflösen. Die Reduk- tion auf bestimmt gezogene, schwarze Linien bringt mein In- teresse am Medium (Zeichnung) auf den Punkt. Verstehe und verwende es als Relikt von Bewegungen. Der Zeichnungsstil ist für mich Beweis einer über Jahrzehnte antrainierte und entwickelte Bewegungssystematik durch meine tänzerische Praxis und der damit einhergehenden Schulung des Raumge- fühls. In der entwickelten Zeichnungssprache scheinen sich gefaltete Körper mit einer mit abstrakter, urbaner Architektur zu vermischen. Dabei generieren dynamische Bewegungen kontinuierliche Formen, die von harten Richtungswechsel akzentuiert werden. Die Zeichnungen sind Manifestationen von Landschaften, die vor meinem inneren Auge vorbei- ziehen. Der Blick kann stetig wandern, von der einen Linie zur nächsten, endlos. Durch dieses Wandern erhoffe ich mir eine Immersion in die Landschaft und den Moment, sodass ein meditativer Zustand erreicht werden kann.
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