In einer mehrteiligen Residency im Sutra-House erforschte ich den Raum; in direktem Kontakt mit der Architektur, in der Meditation, im Traum sowie in der virtuellen Dimension. Anhand von Tanz und Bewegung sowie digitaler Bildgeneration gehen Körper und Architektur eine symbiotische, fast parasitäre Beziehung ein. Die Grenzen vom Körper lösen sich auf und verschmelzen mit Raum und Zeit zu einem neuen rhythmischen Gebilde. Schwindelerregende konvulsivische Bewegung von Körper und Blick lassen entfernte Wirklichkeiten ineinandergreifen und generieren ein wunderliches Labyrinth, worin das Diesseits in eine Traumwelt versetzt scheint. Geheimnis, Spannung und Ungelöstes sind auf der Suche nach der magischen Präzision der Gleichgewichte.

Klangmaterial wird in der Schwebe gestaltet, Ton und Bild mit Analog- und Digitaltechnologien kombiniert. Ein Kreislauf regelt sich selber, Rückkopplungen und hörbar gemachte Magnetfelder lassen Klangflächen entstehen. O-Ton kontrastiert mit elektrischem Surren, Stimmen, Tapegeräuschen, Luftgeräuschen, Dopplereffekten und leichten Glissandi. Die komponierten Klänge schwingen zwischen modifizierten, erweiterten und rotierenden Lautsprecher hin und her. Unsichtbare Strukturen des Raumes ertasten die Welt, eine spektrale Kommunikation findet statt.
4K, 12:06 min
Konzeption & Regie: Timo Paris
Kamera: Max Zachrisson
Edit: Max Zachrisson, Timo Paris
Sound: Janiv Oron
Tanz: Timo Paris
Animationen: Timo Paris
Architektur: Nicolas Hünerwadel
Die Arbeit ist geprägt von einer subjektiven Annäherung an die multimediale Wahrnehmung im Sinne des Zeitgeistes, in dem unser Körperbild eine zentrale Rolle in der individuellen Mythenbildung einnimmt und enorm an Macht gewinnt. Die Erfahrung, ein physischer Körper in der Welt zu sein, unterscheidet sich stark von dem visuellen Eindruck, den wir für die äußere Betrachtung erzeugen. In dem Moment, in dem wir mit unserem Körper handeln, findet eine Übersetzung der körperlichen Erfahrung in eine visuelle Sprache statt. Diese Parallelität ist unserem Wesen inhärent. Sie fördert den Dialog zwischen dem erlebenden Selbst, das von der körperlichen Erfahrung beeinflusst wird, und dem erzählenden Selbst, das stark von unseren visuellen Fähigkeiten geprägt ist. Ich nutze diese Parallelität als künstlerisches Prinzip und erforsche das figurative Transformationspotenzial mit medienübergreifenden Verfahren.





