Timo Paris

Timo Paris ist ein interdisziplinär arbeitender Künstler, dessen Praxis Tanz – insbesondere Breaking – mit bildnerischen Medien wie Zeichnung, Skulptur, Film und Installation verbindet. Im Zentrum steht der Körper als zugleich erlebendes Subjekt und formbares Objekt, dessen Bewegung, Wahrnehmung und Bildproduktion untersucht werden. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Performance, bildender Kunst und räumlicher Forschung und thematisieren, wie Körper und Identität durch mediale, architektonische und technologische Bedingungen geprägt werden.

portrait timoparis nathaliegallus

Timo Paris’ künstlerische Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Tanz, bildender Kunst und performativer Forschung. Ausgangspunkt ist der Körper als zugleich erlebendes Subjekt und gestaltbares Objekt, dessen Bewegung, Wahrnehmung und Bildproduktion über verschiedene Medien hinweg untersucht werden. In einer prozessbasierten, medienübergreifenden Arbeitsweise übersetzt Paris körperliche Erfahrung in Zeichnung, Skulptur, Film, Installation und Performance und versteht diese nicht als getrennte Disziplinen, sondern als miteinander verschränkte Felder. Seine Arbeiten thematisieren, wie Wahrnehmung und Identität durch räumliche, soziale und technologische Bedingungen geformt werden, und hinterfragen die zunehmende Verschiebung vom körperlich erfahrenen Wissen hin zu dessen medialen Repräsentationen. Dabei fungiert Bewegung nicht nur als performativer Ausdruck, sondern als Methode der Erkenntnis und als Mittel, körperliche Präsenz in zeitliche, räumliche und visuelle Strukturen zu überführen.


Meine künstlerische Praxis begreife ich als eine prozesshafte Untersuchung des Körpers in Bewegung und seiner Übersetzung in visuelle, räumliche und mediale Formen. Der Körper fungiert dabei zugleich als Erfahrungsraum und als Bildträger: als Subjekt, das wahrnimmt, handelt und erinnert, und als Objekt, das geformt, fragmentiert und repräsentiert wird. Aus dieser Spannung heraus entstehen Arbeiten, die Bewegung nicht primär als Ausdruck, sondern als Methode der Erkenntnis verstehen.

Im Zentrum meines Interesses steht die Frage, wie körperliches Wissen entsteht, wie es sich in Bilder, Linien, Volumen oder zeitliche Strukturen einschreibt und wie diese Übersetzungen unsere Wahrnehmung von Identität, Präsenz und Raum beeinflussen. Tanz, insbesondere Breaking, bildet dabei keinen abgeschlossenen Bereich, sondern einen Ausgangspunkt für eine medienübergreifende Praxis, in der Bewegung in Zeichnung, Skulptur, Film, Installation und Performance überführt wird. Diese Medien werden nicht als voneinander getrennte Disziplinen behandelt, sondern als unterschiedliche Aggregatzustände derselben körperlichen Erfahrung.

Ein wiederkehrendes Thema meiner Arbeit ist die zunehmende Verschiebung von unmittelbarer, sensorischer Erfahrung hin zu medial vermittelten Bildern des Körpers. In einer von technologischen Apparaten, architektonischen Ordnungen und digitalen Repräsentationen geprägten Gegenwart wird der Körper immer häufiger über sein Bild definiert. Mich interessiert, wie diese Bedingungen Wahrnehmung formen, welche Formen der Konditionierung sie hervorbringen und wo Reibungen, Brüche oder Widerstände entstehen können. Die Arbeiten untersuchen diese Spannungsfelder, indem sie den Körper in Situationen versetzen, in denen er sich an räumliche Strukturen anlehnt, gegen sie arbeitet oder von ihnen geformt wird.

Auch wenn visuelle Medien eine zentrale Rolle spielen, richtet sich meine Aufmerksamkeit bewusst auf nicht-visuelle Dimensionen von Wahrnehmung: auf Gewicht, Druck, Reibung, Gleichgewicht, Atem, Zeitdehnung und innere Zustände. Bewegung wird dabei zu einem Instrument, um diese Qualitäten erfahrbar zu machen und ihnen eine Form zu geben, ohne sie vollständig zu fixieren. Die entstehenden Arbeiten sind weniger als abgeschlossene Aussagen zu verstehen, sondern als Momentaufnahmen eines fortlaufenden Dialogs zwischen Körper, Raum und Vorstellung.

In diesem Sinne verstehe ich meine Praxis als eine Suche nach Formen, die körperliche Erfahrung nicht ersetzen, sondern verdichten und transformieren. Sie zielt darauf ab, Wahrnehmung nicht zu erklären, sondern sie zu verschieben – hin zu einer Aufmerksamkeit für das, was sich im Übergang zwischen Bewegung und Bild, zwischen Präsenz und Repräsentation, zwischen Körper und Umwelt ereignet.


CV

Ausbildung

2022–2024 Master of Fine Arts, Institut Kunst, Gender und Natur, HGK FHNW, Basel
2016–2020 Bachelor of Fine Arts, HGK FHNW, Basel
2014–2015 Vorkurs, Schule für Gestaltung Basel

Einzelausstellungen (Auswahl)

2024 Keep A Blind Eye, BC Gallery, Basel
2023 SCRUPUS, Neuf Trois, Basel
2023 Proof of Work, Der TANK, HGK FHNW, Basel

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2025 Boten & Stoffe, Villa Renata, Basel
2024 You Can Break a Rock With an Egg, Kunsthaus Baselland
2024 DUENDE, Atelier Mondial
2022 Tripple Take, Wilde Gallery, Basel
2021 Raumfahrt V, Museum Langmatt, Baden

Performances (Auswahl)

2025 Performing Tales of the Unseen, MAINTENANT, Marfa (US)
2025 Serie ortsspezifischer Performances, Architektur Dialoge Basel
2024 Performer mit Astrit Ismaeli, Liste Art Fair, Basel
2023 The Dancing Edifice, Artstübli Basel
2022 Friday Beyeler – Uncommon Wisdom, Museum Beyeler

Screenings & Filmpreise (Auswahl)

SCRUPUS und La tête dans les étoiles erhielten über 40 internationale Auszeichnungen und Nominierungen bei Festivals für Experimental-, Tanz- und Kunstfilm.

2024 Nominierung: Best Emerging Artist of the Year | CAMBRIDGE Film Critics Awards
2024 Best Original Dance Film & Best International Art House Director | New Yorker Indie Critics Choice Awards 2024
2024 Best International Young Director, Best Experimental, Grand Prix of Italy, Venedig
2024 Best Dance Movie | Spain International Film Awards
2024 Best Experimental Film, Milan Gold Awards
2024 Best Indie Author of the Year | 8&Half Awards Special Event in Cannes

(→ Hinweis: auf der Website stark gekürzt, vollständige Liste im PDF)

Förderungen & Residencies

2026 Recherchebeitrag: Signature Moves – MoCap and the Disembodied Form of Dance
2025 Vollfinanzierte Residency, HANGAR, Lissabon
2022 Vollstipendien für das Masterstudium (verschiedene Stiftungen)
2024 Produktionsbeitrag: Sounddesign SCRUPUS
2022 Recherchebeitrag: SCRUPUS

Artist Talks & Vorträge (Auswahl)

2025 Perspectives on Movement, Space, and Technology, Chinati Foundation, Marfa
2023 Thessaloniki International Screendance Festival
2023 Universidad Nacional Agraria La Molina, Lima

Publikationen & Presse (Auswahl)

2027 Meditations on Movement, Space, and Technology
2024 360° Kultur, Telebasel
2021 Sculpture II, Arthur Serfaty
2021 Ausstellungspublikation Raumfahrt V, Museum Langmatt

Weiterbildung (Auswahl)

2024 Online-Kurs, MagnusClass – Art Market Strategies
2025 Artist Accelerator Program, Martha May Ronson (laufend)

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