WHERE DREAMS CONVERGE

Where Dreams Converge – 1 und 2
2023
Skulptur
Scagliola, Acrystal, Beton
ca. 29 x 29 x 33 cm

Die Position der Hand ist ein klassisches Merkmal für den Tanzstil Breaking. Durch das aufrichten der Mittelhandknochen werden diese als Stützstrukturen beansprucht, verringern den Winkel auf das Handgelenk und entlasten es so. Zusätzlich wird der Oberkörper leicht erhöht was flinkere Höhenunterschiede im Tanz ermöglicht. Diese Handpose prägt die Ästhetik des Breaking massgebend. Die Hand als allgemein gültiges Symbol schöpferischer Tätigkeit wirkt hier als Bindeglied zwischen meiner tänzerischen und meiner künstlerischen Praxis. Die Form für das Tablett entwickelte sich aus dem Gefühlt heraus, welches die Dehnung der Finger und der Kontakt mit dem Untergrund in dieser Pose generiert. Falten als Teil der Haut und der Kleidung stehen in Verbindung zu jedem Menschen. Anknüpfend an diesen Assoziationsraum suchte ich eine Form, die Spannung, Bewegung und Flexibilität zugleich auf einer haptischen Ebene zum Ausdruck bringt. Das Tablett kann als Membran verstanden werden, als Überganszone zwischen Körper und Umgebung. Das Podest soll intuitiv ein Körpergefühl von Balance, Stabilität, Gravitation und Rotation auslösen. Es besteht aus Beton, dem Material das ein Grossteil unserer Urbanen Umgebung prägt und sich in unser kollektives körperliches Empfinden eingeschrieben hat. Die Skulpturenserie wurde für meine erste öffentliche Ausstellung „Keep a blind eye“ in der BC Gallery entwickelt. Darin bedient sich die ausgestellte Kunst zwar primär visuellen Ausdrucksmitteln, jedoch geht es um andere Sinneswahrnehmungen und körperliche wie geistige Zustände. Distanzen, die sich während Meditationen im innern des Körpers zu Ewigkeiten Ausdehnen. Beton, der an die Haut reibt. Glas, auf dem schweissgetränkte Rücken rutschen. Kopfhaut, die sich löst.  Solche Momente sinnlicher Wahrnehmung gewannen an Klarheit und Prägnanz während der Dreharbeiten zu SCRUPUS im Sommer 2022. Die Faszination für das Variieren der subjektiven Wahrnehmung von Raum und Zeit in solchen Zuständen und wie sich dabei Sinnesmodalitäten ineinander verflechten bieten die Grundlage für das Werk.